- Sabine Drey
Die warmrote, strukturierte Ziegelfassade des Wohnhauses in Santiago de Chile setzt einen farbigen Akzent zwischen die grauen Putzfassaden der angrenzenden Gebäude aus den 1940er-Jahren. Im Zuge der Sanierung des 30 Jahre alten Gebäudes verliehen die Architekten dem Altbau eine neue Hülle mit vorgefertigten Fensterelementen. Für die lebhafte Struktur sorgen konventionelle Ziegelsteine, die diagonal in vier trapezförmige Teile geschnitten und versetzt angeordnet wurden. Vergrößerte Fensteröffnungen bringen auf Wunsch des Bauherrn mehr Licht in die Innenräume. In den Fensterelementen wiederholt sich das Spiel der Vor- und Rücksprünge der Steine: Bündig gesetzte Festverglasungen wechseln sich ab mit zurückgesetzten Öffnungsflügeln. Tiefe, schwarze Stahlzargen rahmen die Einheiten, verstärken die vorgehängte Fassade statisch und bilden in ihrer Präzision und Scharfkantigkeit einen Kontrast zur Unregelmäßigkeit der Ziegel. Das Gebäude gliedert sich in Vorder- und Hinterhaus, verbunden durch das Treppenhaus im Hof, um den alle Wohneinheiten gruppiert sind. So werden sie jeweils zweiseitig, von Straße und Hof, belichtet. Im kleineren »Studio-Typ« mit 35 m2 trennt der Sanitärkern den Wohn- vom Schlafbereich, im größeren Typ mit 80 m2 schafft der offene Wohn- und Essraum einen großzügigen Raumeindruck.
