Wohn- und Geschäftshaus in Köln-Bayenthal

Das Signalrot der frei geformten Dachskulptur ist die logische Konsequenz der bewusst plakativ inszenierten architektonischen Intervention. In Bayenthal, einem ehemaligen Industriestandort in Köln mit heterogener Baustruktur steht dieser »illegale« Baukörper – er verstößt in zahlreichen Punkten gegen die Bauauflagen, dem Bauantrag wurde mit dem Argument der städtebaulichen Qualität zugestimmt. Das Dach dominiert in provokanter Manier das 5,50 m breite und 25 m lange Gebäude und setzt sich offensichtlich über konventionelle physikalische Bauregeln hinweg: Bis zu zwölf Meter frei spannende, schräg geneigte Stahlbetonflächen heben die Unterscheidung zwischen Wand, Dach und Decke auf. Quadratische Fensteröffnungen mit auffällig starker Profilierung durchstanzen die massive Dachskulptur und belichten wie Spots die Innenräume. Die UV- und witterungsbeständige Kunststoffhaut aus mehreren aufgerollten und aufgesprühten Schichten Polyurethan-Flüssigharz wurde nahtlos über sämtliche Flächen und Eckpunkte aufgetragen; auf differenzierte Detaillösungen ist bewusst verzichtet worden. Die offensive Farbe des Körpers und die Reduktion architektonischer Differenzierung auf ein Minimum verleihen der Dachfigur eine plakative Wirkung.

Wohn- und Geschäftshaus in Köln-Bayenthal

Einen Artikel lesen