Die Industrie- und Hafenstadt Marseille bemüht sich seit Jahrzehnten um eine Aufwertung des innerstädtischen Küstenstreifens. So wurden die Strände von Prado bereits in den 1970er-Jahren künstlich angelegt. An Stelle der veralteten Bestandsgebäude wurden nun vier Rettungsstationen neu errichtet, die an den öffentlichen Strandabschnitten für Sicherheit sorgen und gleichzeitig Identität stiften sollen. Die seriellen Pavillons befinden sich jeweils an zentraler Stelle der Strandabschnitte und können von Rettungsfahrzeugen direkt angefahren werden. Der größere Teil des Gebäudes beinhaltet die eigentliche Rettungsstation, die nur saisonal genutzt wird. Über den einsehbaren Pergolagang auf der Seeseite ist sie mit dem Sanitärtrakt verknüpft, in dem sich Toiletten für Badegäste und ein Technikraum befinden. Der offene, über eine Rampe erschlossene Eingangsbereich dazwischen gewährt den Durchblick zum Meer. Die Holzlamellenfassade spendet an heißen Sommertagen Schatten, ohne die Sicht der Rettungsschwimmer auf den Strand zu behindern. Außerdem lassen sich Teile der Fassade großflächig über Hydraulikzylinder aufklappen. Ist die Station nicht in Betrieb, wird die rückwärtige, der Stadt zugewandte Holzfassade komplett geschlossen. Teile der einfachen Konstruktion können schnell erneuert werden. Die 7 Meter langen Fachwerkträger wurden vorgefertigt, der benötigte Beton per Helikopter angeliefert.
